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Frage: Wann ist ein „Durchbruch“ kein „Durchbruch“?

Antwort? „Fragen Sie Frank“

Einer der verwirrenden und häufig falsch interpretierten Aspekte bei der Auswahl eines Chemikalienanzugs ist der Permeationstest mit Chemikalien, der von vielen im Rahmen des Auswahlprozesses als Hinweis auf die Wirksamkeit eines Chemikalienanzugs genutzt wird. Das am häufigsten angegebene und genutzte Testergebnis – der „Durchbruch“ bzw. der korrekte Begriff „Standardisierter Durchbruch“ – in Minuten angegeben, ist jedoch nicht wirklich ein „Durchbruch“, zumindest nicht in dem Sinne, wie ihn die meisten von uns verstehen. Was ist er also?

Chemmax 3 - 2.jpgWas bedeutet Standardisierter Durchbruch in einem Permeationstest?

Das Ergebnis eines Permeationstests (in Europa EN 6529) wird oftmals als > 480 Minuten angegeben. Derzeit interpretieren ihn viele folgendermaßen, was angesichts der Terminologie nur allzu verständlich ist:

„Keine der Chemikalien hat das Gewebe in 480 Minuten durchdrungen, also bin ich mindestens 480 Minuten lang geschützt“,

... scheint logisch. Leider ist das jedoch nicht die Bedeutung von „Durchbruch“. „Standardisierter Durchbruch“ hat vielmehr eine sehr spezifische Definition und bedeutet NICHT „wann die Chemikalie erstmals das Gewebe durchdringt“.

„Durchbruch“ hat folgende Definition:

Die Zeit, bis die RATE bzw. die GESCHWINDIGKEIT der Permeation 1,0 Mikrogramm pro Minute pro Quadratzentimeter erreicht – also wenn sie eine Rate von1,0 µg/min/cm2 erreicht. Der „Durchbruch“ wird an dem Punkt verzeichnet, an dem die Permeation eine bestimmte Geschwindigkeit erreicht, nicht, wenn sie beginnt.

(*Hinweis: in den USA wird der äquivalente ASTM-Test 0,1 µg/min/cm2 verwendet)

Möglicherweise ist Ihnen sofort klar, was das bedeutet: zum Zeitpunkt des „Durchbruchs“ im Test ist die Chemikalie bereits durch das Gewebe gedrungen ...

Permeation Graph Nov 2016 -reduced.jpgDies lässt sich am besten anhand eines Diagramms einer hypothetischen Chemikalie verstehen. Die Abstand zwischen dem ersten erkannten Durchbruch (A) und dem standardisierten Durchbruch (B) bei 1,0 µg/min/cm2 beträgt 180 Minuten. In diesem Zeitraum (C) hat die Chemikalie mit einer höheren Geschwindigkeit das Gewebe durchdrungen ... (beachten Sie auch, dass der schattierte Bereich unter der Linie (D) das über die Zeit eingedrungene Volumen darstellt ...)

Angesichts dieser Erkenntnis besteht jedoch kein Grund zur Panik, sofern es denn eine Erkenntnis ist. Erstens hat angesichts des Ergebnisses von > 480 Minuten möglicherweise gar keine Permeation stattgefunden (auch wenn Sie basierend auf der Durchbruchzeit nicht wissen, ob oder ob nicht), und zweitens reden wir hier von ÄUSSERST kleinen Mengen von Chemikalien. Ein „Gramm“ (g) ist winzig, und ein Mikrogramm (µg) ist ein Millionstel (oder 0,000001) eines Gramms. Daher ist eine Permeation von unter 1,0 µg/min/cm2 wahrscheinlich nicht bedenklich (je nach Chemikalie). Und natürlich passiert es nur, WENN eine Berührung mit der Chemikalien stattgefunden und diese angedauert hat. Das Problem ist, dass verschiedene Chemikalien extrem unterschiedliche Toxizität haben. Daher ist „nicht wahrscheinlich“ nicht gut genug. Es könnte bedenklich sein, ... und derzeit sind sich zu viele nicht der Tatsache bewusst, dass eine Permeation stattfinden könnte ...

Die logische Konsequenz daraus ist, dass der Durchbruch im Permeationstest NICHT verwendet werden kann, wie er derzeit landläufig verwendet wird – zur Angabe der Dauer des sicheren Einsatzes. Er stellt einfach nicht genug Informationen bereit (im Übrigen wird das in der Norm EN 6529 selbst bestätigt, darin steht, dass der Wert nur zu Vergleichszwecken dient und nicht als Angabe eines sicheren Expositionsgrades geeignet ist). Damit bleibt ein Problem bestehen:

„Woher wissen Sie, wie lange der Schutz währt?“

Sicherlich sind Sie erleichtert zu hören, dass es eine Lösung gibt. Damit und mit weiteren Themen werden werden wir uns in zukünftigen Blogbeiträgen näher beschäftigen. Für den Anfang empfehle ich, diesen Artikel über Frank Schaaf, Oberpfleger bei Evonik in Antwerpen, in der November-Ausgabe von Health and Safety International zu lesen.

Warum sollten Sie diesen Artikel lesen? Weil Frank die Antwort weiß ...

http://www.hsimagazine.com/article/how-long-am-i-safe

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